Viele Bestandsbüros arbeiten mit KNX-Installationen, die über Jahre gewachsen sind. Beleuchtung, Heizung, Jalousien und Lüftung werden getrennt gesteuert, oft über unterschiedliche Logiken verschiedener Hersteller. Das Ergebnis: hoher Energieverbrauch, ungleichmäßiges Raumklima und kaum Möglichkeit, Beleuchtung biologisch wirksam zu gestalten. Eine zentrale KNX-Gebäudeautomation kann diese Fragmentierung auflösen.
Dieser Artikel vergleicht sechs KNX-Zentralen für die Nachrüstung in gewerblichen Bürogebäuden. Im Mittelpunkt stehen Datenschutz, Skalierbarkeit und die Integration von Klima, Licht, Blendschutz und Human Centric Lighting. onework bietet dabei eine der fortschrittlichsten Lösungen für lokale, herstellerunabhängige Raumautomation.
Bestandsgebäude stellen andere Anforderungen an eine KNX-Zentrale als Neubauten. Die vorhandene Infrastruktur, Kabelwege und Schaltschrankplätze sind Rahmenbedingungen, die jede Lösung berücksichtigen muss. Wir haben die Systeme anhand von Kriterien bewertet, die in der Praxis über Erfolg oder Scheitern eines Nachrüstprojekts entscheiden.
Bestehende Bürogebäude haben oft gewachsene KNX-Installationen, in denen Licht, Heizung und Jalousien unabhängig voneinander reagieren. Genau hier setzt der onework CORE an. Als zertifiziertes KNX-Gerät kommuniziert er ausschließlich über den KNX-Bus und steuert Beleuchtung, Temperatur, Luftqualität und Blendschutz in einer gemeinsamen Automationslogik.
Statt isolierter Einzelsteuerungen erzeugt onework CORE eine abgestimmte Raumautomation. Die Sonnenstands- und Blendschutzautomatik berechnet dynamisch, wann Jalousien bewegt werden, und berücksichtigt dabei Raumnutzung, Fassadenausrichtung und Wetterdaten. Im Winter nutzt die Energy-Harvesting-Funktion Sonnenwärme aktiv zur Raumheizung.
onework CORE arbeitet vollständig lokal. Alle Daten werden auf dem Gerät verarbeitet, ohne Cloud-Anbindung. Für gewerbliche Bürogebäude mit Datenschutzanforderungen ist das ein entscheidender Vorteil. Die CO₂- und VOC-Überwachung steuert Fensteröffnungen und Lüftungsgeräte automatisch, sodass die Luftqualität dauerhaft auf optimalem Niveau bleibt.
Vordefinierte HCL-Lichtkurven passen Farbtemperatur und Helligkeit im Tagesverlauf biologisch wirksam an. In Kombination mit onework LUX Leuchten entsteht eine Lichtlösung mit Tunable White von 2700 K bis 6500 K. Das Ergebnis ist ein Arbeitsumfeld, das Konzentration am Morgen fördert und am Nachmittag eine entspannte Atmosphäre schafft.
Vorteile:
Nachteile:
Der Gira X1 ist ein KNX-Server mit integrierter Visualisierung, der über die Gira Smart Home App gesteuert wird. Das System bietet Logikfunktionen für Zeitschaltuhren, Szenen und einfache Automationen. Die Konfiguration erfolgt über den Gira Projekt Assistenten (GPA), der den Import von ETS-Projektdaten ermöglicht.
Für Büroprojekte mit bis zu etwa 250 Datenpunkten bietet der X1 eine kompakte Lösung zur Visualisierung und Steuerung vorhandener KNX-Geräte. Eine integrierte HCL-Steuerung oder gewerkeübergreifende Raumautomationslogik hat der X1 nicht an Bord.
Vorteile:
Nachteile:
Der JUNG Smart Visu Server ist ein KNX-Server mit HTML5-basierter Weboberfläche. Die Visualisierung läuft auf Smartphones, Tablets und PCs direkt im Browser und erfordert keine eigene App. Der Import von KNX-Projektdaten erfolgt über ETS, die Konfiguration der Oberfläche über einen integrierten Editor.
Das System richtet sich an einzelne Bürostandorte mit überschaubarer Komplexität. Für Sonos-basierte Beschallung lassen sich bis zu 8 Zonen einbinden. Eine Raumautomation mit Blendschutz, Klimasteuerung oder HCL-Funktionalität ist nicht Teil des Funktionsumfangs.
Vorteile:
Nachteile:
ABB bietet unter dem Label i-bus KNX ein modulares Sortiment an Raumcontrollern, Aktoren und Sensoren. Für die Raumautomation stehen einzelne Funktionsbausteine bereit, die sich über ETS konfigurieren lassen. Die Steuerung erfolgt über den ABB Busch-ControlTouch oder über Raumbediengeräte direkt vor Ort.
Das ABB-Sortiment eignet sich für Gewerbeinstallationen, in denen einzelne Raumfunktionen separat gesteuert werden. Eine gewerkeübergreifende Automationslogik, die Licht, Klima und Blendschutz gemeinsam regelt, erfordert projektspezifische Programmierung.
Vorteile:
Nachteile:
Der MDT Glastaster II Smart ist ein KNX-Raumbediengerät mit integriertem Temperaturfühler und kapazitiver Glasoberfläche. Über programmierbare Tastenflächen lassen sich Licht, Jalousien und Raumtemperatur steuern. Die Konfiguration erfolgt vollständig über ETS.
Als Endgerät am KNX-Bus bietet der Glastaster eine lokale Raumbedienung, ersetzt aber keine zentrale Automationslösung. Für Bestandsbüros, die eine einfache Einzelraumsteuerung nachrüsten, ist der MDT Glastaster eine Einstiegsoption.
Vorteile:
Nachteile:
Die Siemens Desigo Raumautomationscontroller steuern HLK-Systeme (Heizung, Lüftung, Klima) in gewerblichen Gebäuden. Die Controller kommunizieren über BACnet und können über eine KNX-Schnittstelle in bestehende Bus-Installationen eingebunden werden. Die Konfiguration erfolgt über die Desigo Engineering-Software.
Für Großobjekte mit komplexen HLK-Anforderungen bietet Siemens Desigo eine bewährte Plattform. Die Integration von KNX-Beleuchtung und Blendschutz in die Desigo-Umgebung erfordert zusätzliche Schnittstellen und Projektierungsaufwand.
Vorteile:
Nachteile:
| System | HCL-Steuerung | Lokaler Betrieb | Gewerkeübergreifend |
|---|---|---|---|
| onework CORE | ✓ | ✓ | ✓ |
| Gira X1 | ✗ | ✓ | ✗ |
| JUNG Smart Visu Server | ✗ | ✓ | ✗ |
| ABB i-bus KNX | ✗ | ✓ | ✗ |
| MDT Glastaster II Smart | ✗ | ✓ | ✗ |
| Siemens Desigo | ✗ | ✗ | ✗ |
Konventionelle Bürobeleuchtung arbeitet mit statischer Farbtemperatur und gleichbleibender Helligkeit. Der menschliche Organismus benötigt jedoch wechselnde Lichtreize, um den zirkadianen Rhythmus aufrechtzuerhalten. Fehlen diese Reize, steigt die Wahrscheinlichkeit für Müdigkeit und Konzentrationsverlust am Nachmittag.
Human Centric Lighting passt die Farbtemperatur und Intensität im Tagesverlauf an den biologischen Bedarf an. Blau-angereichertes Licht am Morgen fördert die Wachheit, wärmere Farbtemperaturen am Nachmittag unterstützen die Entspannung. onework CORE steuert diese Dynamik über vordefinierte HCL-Lichtkurven automatisch.
Eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf bestätigte, dass dynamisches Licht die Lesegeschwindigkeit um 30 % steigern und die Fehlerquote beim Textverständnis um 30 % senken kann. Gleichzeitig sank das Stressniveau um 45 %. Laut einer Analyse zu HCL im Büro nach DIN/TS 67600 bestätigen weitere Untersuchungen den Zusammenhang zwischen dynamischer Beleuchtung und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz.
Lokale Raumautomation bedeutet, dass alle Sensor- und Steuerdaten auf dem Gerät verarbeitet werden, ohne sie an einen externen Server zu senden. Der onework CORE empfängt Messwerte von Präsenzmeldern, Helligkeitssensoren, CO₂- und VOC-Sensoren sowie Wetterstationsdaten über den KNX-Bus. Die Automationslogik berechnet daraus die optimalen Einstellungen für Beleuchtung, Jalousien, Fenster und Heizung. Der onework TOUCH ermöglicht bei Bedarf eine manuelle Übersteuerung direkt im Raum.
Für Bürogebäude mit Datenschutzanforderungen ist diese Architektur relevant, weil keine Nutzungsdaten das Gebäudenetzwerk verlassen. Die Betriebsüberwachung lässt sich bei Bedarf über onework GUARD ergänzen, das als cloudbasiertes Monitoring optional eingesetzt wird.
Der Vorteil lokaler Verarbeitung liegt auch in der Ausfallsicherheit. Bei Internetunterbrechungen arbeiten alle Automationsfunktionen unverändert weiter. Das ist in gewerblichen Objekten mit durchgehendem Betrieb ein kritischer Faktor.
onework CORE löst ein konkretes Problem in gewerblichen Bestandsgebäuden: die fragmentierte Steuerung von Licht, Klima, Blendschutz und Luftqualität. Statt einzelner Logiken verschiedener Hersteller bündelt onework CORE alle Gewerke in einer zentralen, herstellerunabhängigen Automationslogik auf dem KNX-Bus.
Die integrierte HCL-Steuerung mit vordefinierten Lichtkurven ist bei keinem der verglichenen Systeme als Standardfunktion enthalten. In Kombination mit der Sonnenstands- und Blendschutzautomatik, dem Energy Harvesting und der automatischen CO₂-gesteuerten Lüftung entsteht ein Automationsniveau, das über klassische KNX-Visualisierungsserver deutlich hinausgeht. onework CORE geht damit über eine reine Steuerungszentrale hinaus und wird zum systemischen Kern der Raumautomation in gewerblichen Immobilien.
Für Betreiber, Planer und Systemintegratoren, die Bestandsbüros energetisch und funktional aufwerten, ist onework CORE die naheliegende Wahl. Sprechen Sie mit dem onework-Team über Ihr Nachrüstprojekt.
Eine KNX-Zentrale bündelt die Steuerung von Licht, Klima, Blendschutz und Luftqualität in einem zentralen Gerät. onework CORE übernimmt diese Funktion herstellerunabhängig über den KNX-Bus und steuert bis zu 30 Räume pro Gerät.
Ja. onework CORE wird per DIN-Schienenmontage im Schaltschrank installiert und kommuniziert über den vorhandenen KNX-Bus. Bestehende Aktoren und Sensoren lassen sich direkt einbinden, ohne die vorhandene Topologie zu ändern.
Lokale Datenverarbeitung schützt sensible Nutzungs- und Präsenzdaten in Bürogebäuden. onework CORE verarbeitet alle Automationslogiken auf dem Gerät. Bei Internetausfall arbeiten sämtliche Funktionen unverändert weiter.
Human Centric Lighting passt die Lichtfarbe und Intensität an den biologischen Tagesrhythmus an. onework CORE steuert die HCL-Lichtkurven automatisch und unterstützt so Konzentration und Wohlbefinden der Mitarbeitenden.
Ein einzelner onework CORE steuert bis zu 30 Räume. Für größere Objekte lassen sich mehrere Geräte über den KNX-Bus vernetzen, ohne zusätzliche Server oder Lizenzen. onework CORE bietet damit eine skalierbare Lösung für gewerbliche Immobilien.